Donnerstag, 6. November 2014

Vom Mate (Uruguay)

Es ist schon merkwürdig , dass sich gerade in Uruguay die Tradition des Mate-Schlürfens verbreitet hat, kommt das Getränk doch von den indigenen Kulturen der Guarani und Quetchua, und diese sind hier quasi nicht sichtbar. Eigentlich heißt das Kraut, das die Grundlage, bildet Yerba und es wird noch nicht einmal in Uruguay angebaut, sondern in Brasilien.
Man benötigt Yerba, einen Holzbecher, der eigentlich Mate heißt und ursprünglich aus ausgehöhlten Kürbissen hergestellt wurde. Dann noch ein Trinkrohr aus Metall, die Bombilla, und eine Thermoskanne mit heißem Wasser.





Der Uruguayo beginnt im Alter von 12-14 Jahren mit dem Matetrinken und hört damit sein Leben lang nicht mehr auf. Das wundert auch nicht: Der Trank ist stark und bitter, ein Suchtfaktor scheint garantiert. Wem es gar nicht schmeckt, der fügt Zucker hinzu. Im Durchschnitt konsumiert ein Uruguayo einen Liter vormittags und einen nachmittags.



Das Straßenbild ist vollkommen von dieser Tradition geprägt. Jeder zweite Uruguayo läuft mit dem Matebecher die Straße entlang, unter den Arm klemmt er sich die Thermoskanne. Immer wieder bleibt er stehen, um Wasser nachzugießen und zu schlürfen. Ich weiß nicht, ob ich dieses Erscheinungsbild lässig, kultig oder einfach nur umständlich finden soll...

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