Schild in einem Überlandbus in Costa Rica:
"Bitte blockieren Sie den Gang nicht mit Objekten, z.B. mit Bananenstauden."
Schild im Transmilenio-Bus in Bogotá:
"Reisen Sie ohne Waffen."

Ansage in der Metro in Medellín:
"Respektieren Sie die Frauen."
2. Originelle Transportmittel
Medellín verfügt nicht nur über eine Metro, sondern auch über drei Seilbahnlinien. Sie dienen nicht etwa der Belustigung, sondern dazu, die unterprivilegierten, ärmeren Viertel auf den Hängen an das Zentrum anzubinden. Gondel reiht sich an Gondel, keine Wartezeiten, ich schwebe hoch über der Stadt, unter mir ein Meer aus Wellblechdächern. Immerhin sind die Häuser gemauert und es gibt asphaltierte Straßen.
Eine andere Idee, um den Bewohnern das mühsame Besteigen der Hügel bis zu ihren Häusern zu ersparen, war die Installation von Rolltreppen in der Stadt. Es ist unglaublich, welchen Aufschwung die Medellín in den letzten 20 Jahren erreicht hat, die innovativen Verkehrskonzepte sind Teil davon.
3. Taxifahren
In Bogotá verwende ich die Taxi-App "Tappsi". Du gibst deinen Standort ein, und schon bald erscheinen der Name des Taxifahrers, dessen Bewertung durch andere Kunden, das Nummernschild und die Wartezeit auf dem Display. Das garantiert guten Service und Sicherheit. Ein Tarifrechner zeigt dir an, wieviele Einheiten auf dem Taxameter welchem Fahrpreis entsprechen. Beschwerden können online gemeldet werden.
Ruft man einfach so ein Taxi von der Straße, so kann es vorkommen, dass man, wenn man die Fahrt mit 20000 Pesos bezahlt, der Taxifahrer das Geld entgegennimmt, anschließend eine 2000 Peso-Banknote hochhält und behauptet, man habe ihm nur 2000 Pesos gegeben.
Taxifahrer in Kolumbien hören gern laute Musik und bei Nacht werden rote Ampeln eher als Vorschlag, die Kreuzung mit Vorsicht zu überqueren denn als Verkehrsregel betrachtet.
4. Busfahren in Kolumbien
Die Landschaft ist zerklüftet, die Straßen winden sich endlos die Berge hoch, auf ihnen schleppen sich Schlangen von Lkws mühsam voran. Hinter ihnen der Reisebus mit wenigen Möglichkeiten des Überholens, dafür mit umso mehr Möglichkeiten, die atemberaubenden Ausblicke zu genießen. Die Fahrt von Medellín nach Bogotá dauert 12 1/2 Stunden bei einer Entfernung von 400km.
Die Fahrzeit verkürzen einem die zahlreichen Straßenverkäufer, die den Bus besteigen und das immer gleiche Ritual vollziehen: Diesmal ist es ein Schokoladenverkäufer. Er geht den Gang hinunter und legt jedem Fahrgast eine Tafel Schokolade in den Schoß. Die Gäste studieren die Schokolade intensiv oder halten sie lediglich verlegen in den Händen. Inzwischen hat sich der Verkäufer wieder vorne positioniert und setzt zur großen Rede an, wie es überhaupt den kolumbianischen Verkäufern liegen zu scheint: Es handele sich um brasilianische Schokolade, es gebe drei Sorten, dunkle Schokolade, weiße Schokolade, Mandel, man könne sie auf der Fahrt genießen oder seiner Verlobten als Geschenk mitbringen, eine Tafel für 5000 Pesos, drei für 10000 Pesos, vielen Dank für die Aufmerksamkeit, er habe nicht stören wollen, aber er müsse eben seine Familie ernähren. Danach sammelt er die Tafeln wieder ein, während einige Fahrgäste zum Kauf verführt werden konnten.
Auf solch einer Fahrt habe ich die Möglichkeit, Schokolade, Nüsschen, gesalzene Mango, Limonade, Zuckerwatte, Empanadas, Feuchtigkeitscreme und eine Sonnenbrille zu erwerben.


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