Taxifahren, in Costa Rica und Kolumbien ein großes Erlebnis, erfüllt einen in Uruguay mit Gleichmut. Das Taxi fährt im Schritttempo, eine Sichtscheibe zwischen Vorder- und Hintersitzen verhindert die Kommunikation mit dem Fahrer und suggeriert, dies sei eine hochkriminelle Gegend, was aber nicht zutrifft. Der Taxifahrer strahlt aus: "Lass mich einfach meine Arbeit machen.".
Das Meer: Auf der einen Seite der Rio de la Plata, eine gigantische Flussmündung, deren Wasser schokoladenbraun daherdümpelt. Auf der anderen Seite der Atlantik, der mir bekannt vorkommt, er ähnelt dem Meer von Holland, Belgien und Nordfrankreich. Die Seebäder haben Apartmentblöcke, wie sie Belgien nicht hätte trostloser hervorbringen können.
Die Menschen sind freundlich, aber nicht überschwänglich, sie sind nicht kontaktscheu, aber suchen auch nicht den Kontakt. Sie sehen für europäische Augen recht durchschnittlich aus.
Die Hauptstadt Montevideo ist weder schön noch hässlich. Es gibt schöne Plätze, aber in anderen Städten gibt es schönere. Die Strandpromenade ist lang, aber es fehlen die Bars und Cafés. Die Altstadt ist beschaulich, der Verfall der Bausubstanz ist jedoch bedauerlich. Die Stadt hat gigantisches Potential, was die Entwicklung zu einem touristisch attraktiven Ort betrifft, aber das scheint der Verwaltung egal zu sein.
Ist es Uruguays Schicksal, Repräsentant der Mittelmäßigkeit zu sein. Ich finde es schwer, einzutauchen und mich mit diesem Land zu verbinden.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen