Sie stehen auf der Ecke Carrera 4 # Calle 12, 24 Stunden lang. Die Calle 12 führt Richtung Parlament und Präsidentenpalast, die Soldaten beschützen die Demokratie, und wenn es sein muss, auch mich in den halbbeleuchteten Straßen bei Nacht.
Sie sind vielleicht 18, tragen Zahnspangen und haben Bartflaum, mal stehen sie gelangweilt herum, mal chatten sie über Whatsapp, mal unterhalten sie sich und ganz selten fragt ein Tourist sie nach dem Weg. Sie tragen schwere Maschinengewehre über der Schulter und angesichts ihrer unbeschwerten Jugend weiß man nicht, ob man sich mit ihnen und ihren schweren Waffen oder ohne sie sicherer fühlen soll.
Junge Soldaten sind in Kolumbien immer präsent. Der Militärdienst beträgt ein bis zwei Jahre, hinzu kommen Sozialstunden, die die jungen Leute z.B. in der Jugend- oder Altenaebeit absolvieren müssen. Trotz der derzeitigen Friedenszeit macht sich die Vergangenheit bemerkbar, in der das Land im Krieg mit sich selbst war. Passkontrollen vor der Busstation, Straßensperren, Löschen von Bränden und unglaublich viel Zeit des Herumstehens und Nichtstuns. Dennoch bleibt bei mir das Gefühl des Willkommenseins, ein freundlicher Gruß oder einfach nur ein erhobener Daumen, der mir lächelnd entgegenwinkt.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen