Dienstag, 9. September 2014

Sonstiges (Costa Rica)

Die Pazifikküste bei Montezuma ist schön, aber ein wenig uninspirierend. Deshalb erlaube ich mir allgemeine Beobachtungen zu Land und Leuten:


Pura Vida:
"Pura vida" ist so etwas wie der Landesslogan von Costa Rica. Statt eines "Hola" begrüßen oder verabschieden sich die Männer mit einem dynamisch artikulierten "pura vida", begegnen sie sich auf der Straße oder im Supermarkt. Begleitend lässt man die Fäuste lässig aufeinanderprallen. Wenn ich das mache, fühle ich mich reichlich cool. In einschlägigen Online-Profilen stellen sich die Ticos gern einleitend vor mit: Soy un mae super pura vida relax.



Die Dutt-Frauen:
Costa Rica ist übersäht von deutschen Frauen Anfang 20, als beste Freundinnen zu zweit reisend oder auch alleine. Alle sind hell- oder dunkelblond - niemals schwarzhaarig - und haben lange Haare, die sie (wohl wegen der Hitze) zu einem Dutt zusammenbinden. Die Vielzahl macht es nahezu unmöglich sie voneinander zu unterscheiden. Seltener tritt hingegen der Anfang 20jährige Herr auf, der sich die Haare zum Samurai-Dutt  zusammenbindet (der wie der Name suggeriert, etwas höher am Kopf angebracht ist).



Schule:
Jedes noch so kleine Dorf hat mindestens eine Schule. Weitlaufige Gelände, durch hohe Zäune umgrenzt. Überall die die schöne Nationalflagge (ein roter, zwei weiße und zwei blaue Streifen) als Dekoration. Das Unterrichtsgeschehen ist oft transparent: Wegen der Hitze findet vieles draußen statt oder die Klassenräume sind nach außen geöffnet. Selbst der Instrumentalunterricht findet unter freiem Himmel statt, eine wunderbare Stimmung.


Vom Hostel aus beobachte ich eine vielleicht 4. Klasse. Acht Kinder (die Klassen sind immer klein) sitzen mit dem Lehrer auf einem Spielplatz um einen runden Tisch. Dann strömen die Kinder aus und es werden Bäume gezeichnet, danach wird Fangen gespielt. In einer anderen Schule lernen die jungen Jugendlichen, wie man einen Weg mit Steinen anlegt, denn die Schule benötigt einen neuen Zuweg vom Eingangstor aus. Am 9. September ist der Dia del Ninos. Das Fernsehen zeigt, wie Kinder Luftballons in Vogel- oder Mondform basteln. Diese lassen sie dann steigen, als Zeichen für den Frieden für alle Kinder der Welt.
Die Schuluniformen sind unterschiedlich, mal konservativ mit weißem Hemd, mal formloser. Besonders gut gefallen mir die farbigen Polohemden, z.B.in hellblau oder gruen, die mit dem Teint vieler Ticos harmonieren.
Natürlich sind die scheinbar paradiesischen Zustände gar nicht so paradiesisch. Privatschulen sind sehr verbreitet und die Schulpflicht liegt bei nur 6 Jahren. Das liegt wohl kaum daran, dass die Schüler in den kleinen Klassen nach 6 Jahren schon alles gelernt haben.







Castraciones:
(Keine Angst, es geht um die Kastration von Haustieren)
Salon Comunal de Cabuya: Eigentlich nur ein Blechdach über einer 1m hohen Mauer. Davor eine muntere Versammlung von Nachbarn mit ihren vierbeinigen Lieblingen, fast schon ein Dorffest, es wird gelacht und geschwatzt. Der Tierarzt ist angereist, offenbar ein größeres lokales Ereignis. Man zahlt ca 14 Euro für den Eingriff, Sozialhilfeempfänger zahlen die Haelfte, Der Busshuttle morgens um 8 hin und um 13 Uhr zurück ist gratis.







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