Mittwoch, 3. September 2014

Monteverde (Costa Rica)

Das Örtchen Santa Elena ist eigentlich im Nirgendwo, zwischen grünen Hügeln und Wäldern versteckt und nur über Schotterstrassen mühsam zu erreichen. Umso verwunderlicher ist es, dort die komplette touristische Infrastruktur vorzufinden, mit Souvernirshops gigantischer Ausmaße und Touragenturen in jedem zweiten Haus. Offenbar versucht man, die Idylle auch für diejenigen erträglich zu machen, die lieber im Disneyland gelandet wären. Die Angebote reichen von Reptilienzoos über den Skytrain bis zu Zip-Line Canopy (Seilrutsche) und Bungee-Jumping. Ich bin froh, in der Nebensaison (temporada baja) hier gelandet zu sein.



Umso wohltuender ist es, den Trubel hinter sich zu lassen und ca. 8 km entfernt in die Nebelwälder des Reserva Santa Elena einzutauchen. Obwohl diese Wälder den Ort bekannt gemacht haben, begegnet man keiner Seele (die Anziehungskraft des Zip-Line Canopy erscheint übermächtig). Feuchtigkeit ist in der Luft, Tropfen haengen an Pflanzen und Spinnennetzen. Die gigantischen Baumstämme sind moosbewachsen, die Feuchtigkeit, die im Moos gespeichert wird, nutzen wiederum andere Pflanzen, um sich auf diesen Bäumen niederzulassen. So entstehen organische Mehretagenhäuser aus Farnen, Bromelien, Orchideen, Pilzen und anderen Pflanzen, die ich nicht kenne - ein wunderbares Dickicht, durch das die Sonnenstrahlen nur manchmal gelangen.




Daneben gibt es noch einen Wald mit Ficus-Bäumen (strangler fig). Diese Bäume wachsen von oben nach unten, indem sie sich in anderen Bäumen einsamen und ein Netz aus Wurzeln ausbilden, um den Boden zu erreichen. Im Kampf ums Licht im Dschungel sind sie mit dieser Strategie die Könige. Oft gelingt es ihnen dabei, ihren Gastgeber-Baum mit den Wurzeln zu erwürgen. Es entsteht ein riesiger Hohlraum, der vom Wurzelgeflecht umschlossen ist. Wird es einen Tag geben, an dem die Strangler Figs alle Pflanzen erdrosselt haben und die Weltherrschaft übernehmen?





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