Im Pudu-Paradies
Milchig tropfender Tau
Geklammert am Blütenrand
Stämmewirrwarr dicht verkeilt
Ummoost und flechtenbeflochten
Sphagnum entquillt
Sumpfigem Grund
Doch wo bist du, Pudu?
Meidest den moorigen Morgen?
Entschwindest dem Stämmegewirr?
Erquickst dich nicht
An der schimmernden Blüte?
Oh Pudu, ruh du!
Im horizontalen Wald
Die Tepú-Bäume fallen und leben dennoch, sie wachsen waagerecht, wachsen diagonal, sie fallen und steigen. Ein willkürlicher, undurchdringlicher Stapel aus Stämmen, aus Zweigen, aus Grün. Meterhoch der Boden, der einst Holz war, trügerisch, mal hart, mal morsch. Moose entdecken dort ihr Refugium. Farne werden zu Bäumen. Flechten, ganz zart, wachsen wie Korallen.
Aber der Canelo: Ganz stolz strebt er gerade empor, heiliger Baum der Mapuche. Ein Versprechen vor ihm hält ewig. Ein Friede, geschlossen in seiner Anwesenheit, ist dauerhaft. Mein Friede, als ich ihn bestaune, ist ein innerer. Wie lange er anhaelt, ist ungewiss.
Am Ende der Welt
An sanft begrünten Hängen
An meeresumtosten Klippen
Führt ein Steg ins Nirgendwo
Ich betrete die Bretter
Die das Ende markieren
Schaue in die Unendlichkeit
Überschreite ich die Schwelle
Ins Nichts
Werde ich fliegen?









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