Jetzt bin ich also wieder im Land der
Menschen, die so viel reden. Mit reichlich Rheinlanderfahrung sollte es nichts Ungewöhnliches sein, dass Menschen nicht mit dir
fremdeln, dich auf offener Straße in einfache oder komplizierte
Angelegenheiten des alltäglichen Lebens verwickeln und große Pläne
machen, die sich in Sekundenschnelle wieder als seifenblasenartiger
Testballon entpuppen können. Ich nehme diesen Umstand einfach als nettes
Angebot an, mit den Bewohnern von Buenos Aires in Kontakt zu kommen
und meine mündlichen Kommunikations-Skills zu festigen. Dabei nehme
ich aus meinen Gesprächen folgende Erkenntnisse mit:
- Córdoba ist eine Stadt, die die meisten Argentinier toll finden: Sie zeichnet sich offenbar durch Folgendes aus: 1) Die Leute hauen im Minuten-, vielleicht sogar Sekundentakt Witze heraus. 2) Das Essen ist dort sehr lecker. Das tröstet mich sehr. Ich habe nämlich in den letzten Tagen in Buenos Aires wirklich schlecht gegessen. 3) Überall in und um Córdoba sind deutsche Einflüsse zu spüren. Selbst die argentinische Diktatur sei durch den deutschen Faschismus inspiriert worden. Na, wenn das mal kein tolles Beispiel f(r)u(r)chtbaren Kulturkontakt ist. 5) die Bewohner trinken bis in den frühen Morgen Fernet Cola. Es sei denn, sie sind auf dem Folklorefestival in Cosquin. Dann trinken sie bis in den frühen Morgen Rotwein. 5) Die Umgebung von Córdoba ist schön, aber das steht auch in jedem Reiseführer.

Hier wird ausnahmsweise mal geschwiegen. Eine Ausnahme bildet die Bühne. - Präsident Macri ist für alle Musikliebhaber „un animal“, da er die Subventionen für den Instrumentalunterricht und die Orchester in den Armenvierteln gekürzt hat. Nun war die ehemalige Präsidentin Kirchner schon für viele eine „estulta“, weil sie mit ihrer Politik der staatlichen Reglementierung viele in den Wahnsinn getrieben hat. Da frage ich mich, wer von den beiden, das „animal“ oder die „estulta“, in der Hierarchie schlechter Menschen eigentlich tiefer steht, und entscheide mich für das „animal“, wo mir doch die Verurteilung kulturloser Politiker eine gesunde Einstellung zu sein scheint.

Eine Installation wie geschaffen zur Illustration der Kulturpolitik